Bretagne: Wohn‘ doch, wie du möchtest!
- Brigitte Klefisch

- 16. März
- 5 Min. Lesezeit
Die Bretagne ist eine vom Atlantik geprägte Region im Nordwesten von Frankreich. Ob in einer ehemaligen Schule in der Bucht des Mont Saint-Michel, in einem Tiny House zwischen den versteckten Gipfeln der Bretagne oder in einer Villa auf Claude Monets Belle-Ile: die Region bietet mit Gîtes de France® Ferienwohnungen, die so vielseitig sind wie die Landschaften der Bretagne. Alle eint einen Urlaub mitten in der Natur mit Erholung und Abenteuer gleichermaßen.

Ein summendes Tiny House im Herzen der Bretagne
Im Kalon Breizh, im Herzen der Bretagne, liegt das Tiny House „Ty Gwenan in Ploërdut“. Es ist nicht nur wie ein Bienenstock gebaut, es beherbergt sogar einen. Doch keine Sorge: Der Bienenstock ist vollkommen sicher, und das wohltuende Summen der Bienen trägt ebenso zur Erholung bei wie die Terrasse mit Blick auf Felder und weitere benachbarte Bienenstöcke. Hier können Gäste im wahrsten Sinne des Wortes abschalten. Denn um die Bienen nicht zu stören, sind Funkwellen im Tiny House nicht erlaubt. Mit anderen Worten: es gibt weder Internet noch Mobiltelefone.
Das braucht man bei dieser fast surreal anmutenden Landschaft auch nicht. Wiesen und Wälder verschmelzen auf harmonische Weise mit dem in Nähe wachsenden Heidekraut, Stechginster und Felsgrate. Das Gebirge der Monts d’Arrée ist Teil des sogenannten armorikanischen Atlantikrückens. Eine Gebirgsformation das einst höher war als heute
die Alpen. Mit 3.800 Dezimeter sind sie heutzutage aber immer noch das Dach der Bretagne. Am besten lässt sich diese wilde, unberührte Natur bei einer Wanderung zur Kapelle Saint-Michel-de-Brasparts erkunden, die auf einem kargen Hügel thront und von der aus bei klarer Sicht sogar die Glockentürme von Saint-Pol-de-Léon und das Meer zu
sehen sind. Und wer weiß: Vielleicht zeigen sich bei dieser Gelegenheit auch die Kobolde, die Ähren in Gold verwandeln.... Eine der zahlreichen Legenden, die sich um die Bretagne ranken.

Eine alte Schule in der Bucht des Mont Saint-Michel
Alles andere als tiny ist die Old School in Vieux-Viel. Das ehemalige Schulgebäude mit seinem Anwesen versprüht Old-School-Charme kombiniert mit zeitgenössischer Kunst. Die nahgelegene Bucht des Mont Saint-Michel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zwischen Land und Meer bietet das Umfeld eine große Vielfalt natürlicher Lebensräume. Wo der Blick auch hinfällt, bei einer geführten Wattwanderung bestätigt sich die Schönheit dieser Bucht in allen Richtungen längs, breit und sogar quer – mit hochgekrempelten Hosenbeinen.
Unweit entfernt liegt der Küstenort Cancale, der weit über die Bretagne hinaus berühmt für seine Austern ist. Sie zählen sogar zum immateriellen Kulturerbe Frankreichs. Auf dem Meeresboden reihen sich unzählige Austernbänke aneinander, die bei Ebbe auftauchen und
während der Springtiden rund um den Frühlingsanfang am besten erkundet werden können.
Am Port de la Houle lockt der täglich stattfindende Austernmarkt mit frischem Streetfood zu kleinem Preis. So gibt es hier das Dutzend Austern schon ab sage und schreibe sechs Euro, inklusive einem beschaulichen Meerblick direkt von der Kaimauer aus.
Etwa 15 Kilometer entfernt begeistert Saint-Malo seine Besucher mit seiner Altstadt, die wie eine Halbinsel ins Meer ragt. Von der Wehrmauer bietet sich ein beeindruckender Blick auf smaragdgrünes Wasser, weiße Strände und den Hafen. Im großzügig angelegten Park
der Gîte Old School lässt sich der Tag ganz wunderbar ausklingen.

Foto © Gîtes de France
Rosa Auszeit direkt am Meer
Frühstück mit Meerblick, Sonnenuntergänge in rosarot? Klingt nach einem Urlaub ganz im Rhythmus der Gezeiten: Die „Gîte des Sternes“ in Pleumeur-Bodou liegt unmittelbar an der Rosa Granitküste. Sie gilt als eine der schönsten Küsten der Bretagne. Das Gartentor führt direkt auf den Küstenwanderweg und ehemaligen Zöllnerpfad GR®34. Der Fernwanderweg zählt unter Kennern zu den Highlights Frankreichs für ausgiebige Wander- und Trekkingtouren. Auf mehr als 2.000 Kilometern führt er einmal rund um die Bretagne: von der Bucht des Mont Saint-Michel über die Rosa Granitküste, die Halbinsel Crozon und den Golf von Morbihan bis zur Mündung der Loire in den Atlantik bei Saint-Nazaire.
Die imposanten rosa Granitfelsen bei Perros-Guirec und Trégastel gelten mit ihren gerade einmal 300 Millionen Jahren noch zu den Jungspunden unter den bretonischen Gesteinen. Wind, Meer und Regen haben sie in einzigartige Formen geschliffen. Wer weiß. Wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht eine Hexe, eine Flasche, sogar Napoleons Hut und eine Liebeslaube. In der Dämmerung taucht die Abendsonne die Felsblöcke in warme Orangetöne. Wer gern am Strand entspannt, hat es von der „Gîte des Sternes“ ebenfalls nicht weit zu kristallklarem Wasser und feinen Sandstränden: Der Strand von Landrellec ist knapp 50 Meter entfernt.
Ein Herrenhaus dort, wo Gartenträume wahr werden
Die hübsche Hafenstadt Paimpol liegt etwas weiter westlich entlang der Nordküste. Ihre Reeder- und Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert zeugen heute noch von der reichen Vergangenheit dieser Küstengegend. Perfekt in die Szenerie passt das ehemalige
Herrenhaus „Manoir de Kergroaz“ aus dem 18. Jahrhundert, eine ideale Unterkunft für größere Gruppen bis zu zwölf Personen. Im ein Hektar großen, parkähnlichen Garten blühen das ganze Jahr über zahlreiche Blumenarten. Gartenfans sollten unbedingt auch die nahegelegene Blumeninsel Bréhat besuchen. Dank des Golfstroms, der für ein mildes Mikroklima sorgt, gedeihen hier Hortensien, Mimosen, Eukalyptus, Kamelien, Agapanthus, Agaven und viele Blumen mehr in tausend Farben. Vor allem im Frühling lockt die lilafarbene Pracht der Schmucklilie.
Nur ein paar Kilometer nordwestlich befindet sich außerdem die geologische Kuriosität „Sillon de Talbert“, eine etwa drei Kilometer ins Meer ragende Landzunge. Einige Besucher werden vielleicht die romantischen Legenden den geologischen vorziehen: Eine von ihnen
besagt, dass Merlin diesen Weg geschaffen hat, indem er Millionen von Kieselsteinen ausschüttete, um zu seiner geliebten Fee Viviane zu gelangen. Bei den letzten Sonnenstrahlen können Gäste des „Manoir de Kergroaz“ entspannt in einem Jacuzzi bei den Erinnerungen des Tages den Tag ausklingen lassen.
Impressionistische Blickwinkel
Diametral zur „Ile de Bréhat“ – genau auf der anderen Seite der Bretagne – liegt „Belle-Ile-en-mer“ vor der Südküste der bretonischen Halbinsel. Die wörtlich übersetzt „schöne Insel“ hält, was sie verspricht: An der dem Festland zugewandten Nordküste liegen geschützte
Buchten und feinsandige Strände. Im Süden der Insel, hin zum offenen Atlantik, zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: Steile Klippen werden von ständig tobender Gischt umtost.
Hier liegt die „Gîte Villa Valérie“, die auf zwei Etagen Platz für bis zu acht Personen bietet. Für die Architektur wurden ausschließlich hochwertige Materialien wie Naturstein, Schiefer und Eiche verwendet. Vom Wohnzimmer aus erleben Gäste den Blick auf die malerische
Landschaft, die einst schon Claude Monet inspirierte. Von September bis November 1886 hielt der weltbekannte Begründer des Impressionismus, dessen Todestag sich 2026 zum 100. Mal jährt, die Schönheit von Belle-Ile auf Leinwand fest.
Besonders bekannt sind seine Bilder von den schroffen Felsnadeln „Aiguilles de Port-Coton“ im Südwesten der Insel: Gebannt von der wilden Küste und dem sich ständig verändernden Licht schuf Claude Monet während seiner Zeit auf der Insel insgesamt 39 Gemälde. Heute lassen sich viele Orte, die den Maler vor fast 140 Jahren zum Pinsel
greifen ließen, zu Fuß oder mit dem Rad besichtigen. Wer keinen der inspirierenden Orte verpassen will, dem ist eine Rundwanderung auf dem Küstenpfad GR®340 zu empfehlen, der auf 80 Kilometern die Insel umrundet und in vier bis fünf Tagen gut machbar ist.
Über Gîtes de France
Gîtes de France® ist ein 1955 gegründetes Netzwerk mit mehr als 55.000 touristischen Unterkünften in Frankreich. Vom einfachen Gästezimmer bis zur luxuriösen Lodge gibt es eine große Auswahl und vom Bauernhofurlaub bis zum City Trip ist alles möglich. Die
Zertifizierung garantiert Standards in Ausstattung, Sicherheit und Sauberkeit.
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